stony road
Samstag, 19. Mai 2018
Nüchterne Rückkehr
Diesen Blog habe ich 2010 angerissen und kehre acht Jahre später zu ihm zurück, vielleicht nur für ein Intermezzo, wer weiß. Ich habe mich verändert, natürlich. Ich bin abgebrühter geworden, mein Sinn für Liebe und Romantik hat sich verflüchtigt, ich habe mit zahllosen Frauen geschlafen und sie fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Ich bin stolz auf meine Unabhängigkeit.

Gestern besuchte mich ein Tinder-Date in meiner Wohnung, wir tranken Schöfferhofer-Mix, sie ging zum Rauchen nach unten in den Hof (bei mir wird nicht gequalmt). Als sie einen Augenblick später wieder hochkam, setzten wir uns auf die blaue Couch, tranken von dem selbstabgefüllten Wein, den mir die Italiener hinterlassen hatten. Ihrem Blick standzuhalten und durch ein gedankenunbelastetes, mit positiven Gefühlen angereichertes Lächeln zu erwidern, war ein Kinderspiel. Sie schläft eigentlich nicht beim ersten Date mit einem Fremden. Ich kenne das schon. Meine Anmerkung: Sie solle das tun, was sie in diesem Augenblick für richtig halte, ohne Gedanken, Vorurteile, soziale Erwartungen heraufzubeschwören etc. pp. Mit anderen Worten: Sie ist keine Nutte, nur weil sie die Karenzzeit zwei bis drei Kennenlerndates unterläuft. Was für ein albernes Spiel. Und überhaupt: Wenn eine bei mir in der Wohnung ist, werde ich sie wohl kaum ungevögelt von dannen ziehen lassen. Ich bot ihr eine Rückenmassage an, die - natürlich - in Sex mündete. Ich kam vergleichsweise schnell, hatte eine ordentliche Ladung Energie aufgespart. Beim Rausziehen sah ich, dass das Kondom deutscher Markenqualität gerissen war und sich zu einem Penisring aufgerollt hatte. "Kein Problem, ich habe eine Spirale", meinte sie nur.

Moral? Es gibt keine Moral, kein "Unter dem Strich ist das so und so". Es gibt nur Augenblicke. Ich bin, was Liebe und Treue angeht, so unschuldig wie ein Kind, weil ich beides weder kenne noch für real halte. "Du siehst auch nicht aus, als wärst du jemand für eine feste Beziehung", sagte sie mir. Ich nahm es als Kompliment.

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Freitag, 15. Oktober 2010
Langsamgeher
Heute von Fußgängern ausgebremst worden, bei dem Versuch, schnell von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Aber was heißt heute? Das scheint ständig zu passieren. Bin ich zu schnell unterwegs? Oder sind die anderen zu langsam? Keine Ahnung, aber hier besteht eindeutig ein Missverhältnis!

Ich hab ja nichts gegen Langsamgeher. Aber müssen sie sich auf dem ganzen Bürgersteig breitmachen? Und was bitte soll man als Normalgeher in einer solchen Situation tun? Außer auf eine günstige Lücke warten, in die man hinein- bzw. hindurchpreschen kann? Die Leute drauf hinweisen ("Hey, könnten Sie bitte etwas schneller laufen? Danke!"), wäre wohl keine gute Idee. Noch schlechter wäre es, die Langsamgeher einfach wegzurempeln, wie beim American Football.

Wenn sich dann doch mal eine Lücke auftut, kann es außerdem passieren, dass derjenige, den man überholen will, genau in die Richtung zieht, aus der man ihn überholen will. Also wechselt man blitzschnell die Seite und will an der anderen Seite vorbeiziehen. Nur blöd, dass einem da gerade geschlossen eine Kaffeefahrtgesellschaft entgegenkommt.

Das einzige, das in solchen Situationen wirklich hilft, ist, durchzuatmen, einen Schritt nach dem anderen zu machen und sich bei eigenem Schneckentempo schön die Landschaft anzusehen...

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Letzte Aktualisierung: 2018.05.19, 16:51
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